PAIS-Zentrum Wien
Eine Anlaufstelle für Menschen mit Long COVID, ME/CFS und anderen post-akuten Infektionssyndromen
Eine Anlaufstelle für Menschen mit Long COVID, ME/CFS und anderen post-akuten Infektionssyndromen
Das Zentrum bietet Menschen mit PAIS eine spezialisierte und interdisziplinäre Anlaufstelle – und sorgt damit für eine bestens koordinierte medizinische Versorgung.
Das Zentrum verbindet verschiedene Bereiche der Versorgung an einem Ort. Vorgesehen sind:
Dabei wird die Versorgung an die unterschiedlichen Schweregrade und Bedürfnisse der Erkrankung angepasst.
Ein besonderes Augenmerk gilt Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung nur schwer oder gar nicht mobil sind. Telemedizinische Angebote und geeignete Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass auch sie Zugang zur Versorgung erhalten.
Post-akute Infektionssyndrome, kurz PAIS, können Menschen nach einer Infektion über Monate oder Jahre begleiten. Zu den bekanntesten Symptomen zählen Erschöpfung und Konzentrationsprobleme über Kreislauf- und Schlafstörungen bis hin zu einer deutlich reduzierten Belastbarkeit.
Für Menschen mit PAIS kann ein normaler Ambulanzbesuch bereits eine erhebliche Belastung darstellen. Licht, Lärm, lange Wartezeiten oder ein längerer Aufenthalt im Sitzen können Beschwerden verstärken.
Deshalb wird auch die Umgebung des PAIS-Zentrums auf die Bedürfnisse der Patient*innen abgestimmt. Geplant sind unter anderem:
Der Aufenthalt im Zentrum soll dadurch möglichst schonend und belastungsarm gestaltet werden.
Was ist das PAIS-Zentrum und für wen ist es da?
Das PAIS-Zentrum ist eine spezialisierte Anlaufstelle für Menschen mit post-akuten Infektionssyndromen (PAIS). Dazu gehören insbesondere Long COVID und ME/CFS.
Das Zentrum bündelt medizinische und therapeutische Expertise und ermöglicht eine interdisziplinäre und gut koordinierte Betreuung.
Welche Erkrankungen werden im PAIS-Zentrum behandelt?
Im Mittelpunkt stehen Diagnose und Behandlungen von Menschen mit PAIS bzw. PAIS-Verdacht.
Dazu zählen insbesondere Long COVID und ME/CFS. Da PAIS unterschiedliche Krankheitsbilder und Ausprägungen umfassen, wird die Diagnostik und Behandlung individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt.
Ab wann kann ich im PAIS-Zentrum behandelt werden?
Die Entscheidung für das Zentrum wurde 2026 von der Wiener Zielsteuerungskommission getroffen. Seither laufen die Vorbereitungen, darunter Standortsuche, Personalrekrutierung und Aufbau der notwendigen Strukturen. Der Pilotbetrieb soll im ersten oder zweiten Quartal 2027 starten. Bis zum Start des Zentrums bleiben die bestehenden Anlaufstellen die richtigen Ansprechpartner: die Hausärzt*in als erste Koordinationsstelle, niedergelassene Fachärzt*innen und die Klinik-Ambulanzen der entsprechenden Fachrichtungen.
Wo befindet sich das PAIS-Zentrum?
Die Versorgung startet bereits ab Sommer 2027 im 21. Bezirk in einer ersten Ausbaustufe und steht ab Mitte 2028 in der finalen Ausbaustufe vollumfänglich zur Verfügung.
Wie komme ich ins PAIS-Zentrum?
Das PAIS-Zentrum ist eine Terminambulanz. Eine direkte Anmeldung ohne ärztliche Zuweisung ist nicht möglich.
Die erste Abklärung erfolgt durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Eine Zuweisung zum PAIS-Zentrum kommt infrage, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
Was passiert, wenn ich einen Termin im PAIS-Zentrum bekomme?
Zu Beginn steht eine individuelle Einschätzung Ihrer Beschwerden und Ihrer gesundheitlichen Situation und die Erstellung einer Diagnose.
Je nach Bedarf können unterschiedliche medizinische und therapeutische Fachbereiche eingebunden werden. Ziel ist es, die notwendigen Untersuchungen und Behandlungsschritte möglichst gut aufeinander abzustimmen und gemeinsam einen individuellen Versorgungsplan zu entwickeln.
Welche Ärzt*innen und Therapeut*innen arbeiten im PAIS-Zentrum?
Das Konzept sieht ein interdisziplinäres Team vor. Je nach individuellem Bedarf können unter anderem folgende Fachbereiche eingebunden werden:
Die verschiedenen Fachbereiche arbeiten eng zusammen, damit Patient*innen eine möglichst gut koordinierte Betreuung erhalten.
Sind telemedizinische Behandlungsangebote vorgesehen?
Für Patient*innen mit einem schweren oder sehr schweren Krankheitsverlauf, die nicht in der Lage sind, ins PAIS-Zentrum zu kommen, ist eine telemedizinische Betreuung vorgesehen. Das bedeutet, dass die Behandlung über digitale Wege stattfinden kann, ohne dass Sie dafür anreisen müssen.
Wie wird auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit PAIS Rücksicht genommen?
Menschen mit PAIS können beispielsweise empfindlich auf Licht, Lärm, lange Wartezeiten oder längeres Sitzen reagieren.
Deshalb wird das PAIS-Zentrum möglichst belastungsarm gestaltet. Vorgesehen sind unter anderem ruhige Bereiche, gedämpftes Licht, Liegemöglichkeiten und kurze Wege.
Auch die Möglichkeit einer telemedizinischen Betreuung führt dazu, unnötige Belastungen zu vermeiden.
Wie wird meine Behandlung organisiert?
Das PAIS-Zentrum soll die unterschiedlichen medizinischen und therapeutischen Kompetenzen an einem Ort zusammenführen.
Dadurch soll die Betreuung besser koordiniert und auf die individuelle Situation der Patient*innen abgestimmt werden. Welche Fachbereiche tatsächlich eingebunden werden, hängt vom jeweiligen Bedarf ab.
Was passiert, wenn bei mir keine PAIS-Erkrankung festgestellt wird?
Das PAIS-Zentrum soll auch dazu beitragen, zunächst möglichst klar festzustellen, ob tatsächlich ein PAIS vorliegt.
Wenn keine PAIS-Diagnose festgestellt wird, ist eine dauerhafte Betreuung im PAIS-Zentrum in der Regel nicht erforderlich. Je nach Situation können Patient*innen an andere geeignete Versorgungsangebote weitergeleitet werden.
Gibt es bereits wirksame Behandlungen für PAIS?
PAIS umfassen unterschiedliche Krankheitsbilder und Schweregrade. Deshalb gibt es nicht die eine Behandlung, die für alle Patient*innen gleichermaßen geeignet ist.
Im PAIS-Zentrum soll die Behandlung individuell auf die Beschwerden, die gesundheitliche Situation und den jeweiligen Bedarf abgestimmt werden.
Was passiert, wenn ich schon jetzt PAIS habe und nicht bis 2028 warten kann?
Die Versorgung soll nicht erst mit der Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums beginnen.
Deshalb ist bereits ab Mitte 2027 ein erstes Versorgungsangebot im 21. Bezirk vorgesehen. Dort sollen Patient*innen persönlich und telemedizinisch betreut werden können.
Informationen dazu, wie dieses Angebot genutzt werden kann und an wen man sich wenden kann, werden rechtzeitig bekannt gegeben.