Psychosomatische Frauenambulanz – Körper und Psyche gemeinsam im Blick
Neues Angebot der Klinik Donaustadt bietet ganzheitliche Hilfe bei gynäkologischen Beschwerden
Für viele Frauen leider traurige Realität: Sie leiden unter gynäkologischen Beschwerden, für die sich trotz zahlreicher Untersuchungen keine körperliche Ursache findet. Schmerzmittel wirken oft nur kurzfristig und die Beschwerden sind teils so stark, dass sich viele Frauen sozial zurückziehen. Ein Beispiel dafür: chronische Unterbauchschmerzen. Lena Maria Röhsler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Psychologin sowie Psychotherapeutin in Fachausbildung an der Klinik Donaustadt kennt dieses Problem sehr gut: „Auch wenn sich keine ausreichende organische Ursache finden lässt, sind die Beschwerden real und bedeuten einen enormen Leidensdruck. Psychosozialer Stress, belastende Lebenssituationen oder traumatische Erfahrungen können körperliche Symptome beeinflussen oder verstärken.“ Genau hier setzt das neu geschaffene Angebot der Klinik Donaustadt an: Auf der Psychosomatischen Frauenambulanz werden körperliche und seelische Aspekte gemeinsam betrachtet, um die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.
Erstmals Raum für persönliche und psychosoziale Belastungen
„Auf der Psychosomatischen Frauenambulanz bekommen Frauen oft erstmals Raum, neben ihrer Krankengeschichte auch persönliche und psychosoziale Belastungen anzusprechen. Durch Gespräche und beispielsweise die Teilnahme an der chronischen Schmerzgruppe lernen sie, mit den Schmerzen und ihren Belastungen anders umzugehen“, erklärt Gabriela Wardegger-Szivak, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Klinik Donaustadt. Sie leitet gemeinsam mit Lena Maria Röhsler die Psychosomatische Frauenambulanz der Klinik Donaustadt.

Fokus auf Beschwerden rund um Sexualität, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Menopause
Die Ambulanz richtet sich an Patientinnen mit gynäkologischen Beschwerden, bei denen ein psychosomatischer Zusammenhang vermutet oder erkannt wird. Dazu können neben chronischen Unterbauchschmerzen auch Beschwerden rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt oder Menopause zählen sowie Inkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen. Auch traumatische Erfahrungen oder psychische Belastungen im Zusammenhang mit lebensverändernden gynäkologischen Erkrankungen, wie beispielsweise Krebs, können sich körperlich ausdrücken.
Neue Wege im Umgang mit Schmerzen
Die Ambulanz wird gemeinsam von Fachärztinnen der Gynäkologie sowie der Psychiatrie und Psychotherapie betreut. Das Angebot umfasst:
- Psychosomatische Diagnostik
- Beratung und Krisenintervention
- Kurzzeit-Psychotherapie
- Gruppenangebote z.B. zum Thema chronischer Schmerz
- Empfehlungen für weiterführende Unterstützungsangebote
In der chronischen Schmerzgruppe beispielsweise entwickeln die Teilnehmerinnen ein Verständnis dafür, wie sie den Schmerz beeinflussen können. Im Mittelpunkt stehen die Zusammenhänge zwischen Schmerz, Überlastung und emotionalen Konflikten. „Es ist für uns ein toller Erfolg, wenn Patientinnen davon berichten, dass die Schmerzen seltener und weniger lähmend sind oder Patientinnen, die seit längerem nicht mehr arbeitsfähig waren, ihren Job wieder antreten können“, freut sich Gabriela Wardegger-Szivak aus der Klinik Donaustadt.
Weitere Angebote in der Klinik Favoriten und dem AKH Wien
Eine umfassende gynäkologische Abklärung im Vorfeld ist Voraussetzung. Diese kann auch im niedergelassenen Bereich stattfinden. Die Terminvereinbarung erfolgt über die Ambulanz für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Ambulanz für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Klinik Donaustadt. Eine Überweisung ist aktuell nicht nötig. Neben der Klinik Donaustadt gibt es dieses Angebot im Wiener Gesundheitsverbund auch in der Klinik Favoriten und dem AKH Wien.



