Tag der Diätolog*innen: Ernährung im Fokus
Der diesjährige Tag der Diätolog*innen am 11. März steht unter dem Schwerpunkt: „Diätologische Expertise im interdisziplinären Team unverzichtbar!“
Denn: Ernährung ist weit mehr als eine Begleitmaßnahme – sie ist bei vielen Erkrankungen ein zentraler Bestandteil der Therapie.
Ernährung als Teil der medizinischen Behandlung
Diätolog*innen werden immer dann eingebunden, wenn spezifische ernährungstherapeutische Maßnahmen notwendig sind. Das ist bei vielen Krankheitsbildern der Fall, darunter Diabetes mellitus, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Krebs und betrifft sowohl stationäre als auch ambulante Patient*innen. Eine gezielte und individuell abgestimmte Ernährungstherapie kann bei vielen Patient*innen den Behandlungsverlauf positiv beeinflussen, Beschwerden reduzieren und die Regeneration unterstützen.
Diätolog*innen sind im Wiener Gesundheitsverbund fixer Bestandteil des Behandlungsteams. Insgesamt kümmern sich 133 Diätolog*innen in den Kliniken um die diätologische Versorgung der Patient*innen. In enger Abstimmung mit Ärzt*innen, Pflegepersonen und weiteren Berufsgruppen entwickeln sie maßgeschneiderte Ernährungskonzepte, setzen diese gemeinsam mit den Patient*innen um und passen sie laufend an den Krankheitsverlauf an. Durch diese kontinuierliche Begleitung tragen sie wesentlich zu einer umfassenden und patient*innenorientierten Versorgung bei. „Eine erfolgreiche Ernährungstherapie funktioniert nur im Team. Wir stimmen uns regelmäßig mit den Kolleg*innen der unterschiedlichen Berufsgruppen ab, um für unsere Patient*innen die am besten passende Ernährungstherapie zu finden“, betont Erika Schrattenholzer-Deubner, Fachbereichsleitung MTDG der Diätologie der Klinik Ottakring. „Im Schnitt betreuen wir in der Klinik Ottakring und am Standort Penzing am Tag zwischen 30 und 80 Patient*innen im Erwachsenenbereich,“ so Schrattenholzer-Deubner.
Diätologie im Wiener Gesundheitsverbund
Ziel der Diätologie im Krankenhaus ist es, das Ernährungsverhalten von Patient*innen nachhaltig positiv zu beeinflussen und gesunde Routinen im Alltag zu verankern. Dabei unterstützen Diätolog*innen bei der Auswahl und Bewertung von Lebensmitteln und vermitteln praxisnahes Wissen für eine ausgewogene Ernährung.
„Wir sensibilisieren Patient*innen für natürliche und nährstoffreiche Lebensmittel, erarbeiten gemeinsam Tagespläne, erstellen Einkaufslisten und geben alltagstaugliche Rezeptideen mit“, erklärt Schrattenholzer-Deubner. „Im Idealfall lassen sich diese Empfehlungen gut in den persönlichen Alltag integrieren.“
3 Fragen an die Diätologin Erika Schrattenholzer-Deubner
Warum ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit so wichtig?
Ernährung beeinflusst viele medizinische Bereiche. Damit unsere Empfehlungen optimal greifen, müssen sie in das gesamte Therapiekonzept eingebettet sein. Das funktioniert nur im engen Austausch mit allen beteiligten Berufsgruppen.
Was wird häufig unterschätzt?
Dass Ernährung eine hochspezialisierte Therapieform ist. Sie erfordert wissenschaftliche Expertise, klinische Erfahrung und individuelle Anpassung – gerade bei komplexen Erkrankungen.
Was wünschen Sie sich zum Tag der Diätolog*innen?
Mehr Bewusstsein dafür, dass qualitätsgesicherte Ernährungstherapie ein zentraler Bestandteil moderner Medizin ist und ein starkes Team im Hintergrund braucht.




